Lichtquellen (und mehr) steuern mit DMX
Einführung
Die farbige Ausleuchtung von Kirchenräumen und Veranstaltungsorten mit LED-Scheinwerfern ist auch von Amateuren leicht zu bewerkstelligen. LED-Scheinwerfer, die über einen internen Versorgungsakku verfügen, machen den Einsatz besonders einfach.
Typische LED-Scheinwerfer lassen sich
- über ein LE-Display mit vier kleinen Druckschaltern
- über eine typische Lampen-Fernsteuerung (IR)
- über DMX (von der Bezeichnung her leicht zu verwechseln mit Rapper und Hip-Hop-Ikone DMX, der 2021 im Alter von 50 Jahren gestorben ist1)) und
- über CRMX/wireless DMX
steuern. Soll die Ausleuchtung während der Veranstaltung unverändert bleiben, sind die Ansteuerung über das eingebaute LE-Display oder die IR-Lampen-Fernsteurung eine sinnvolle Option. Die Einarbeitung in DMX oder CRMX entfällt dann.
Bei mehreren eingesetzten Strahlern bewährt sich bereits beim Austesten der richtigen Lichtwerte für eine konstante Raumausleuchtung die Nutzung von DMX oder CMRX. Beide Protokolle verschaffen die Möglichkeit, die Werte für alle Strahler von einem Computerbildschirm aus zu steuern und zu überblicken.
Notwendige Ausrüstung für das Arbeiten mit DMX
Bei DMX ist die Steuerung mit besonderen Konsolen oder mit einem Computer möglich. Hier gehe ich der (Ausrüstungs-)Einfachheit halber von einer Steuerung mit dem Computer aus. Da das von mir eingesetzte Open-Source-Programm QLC+ für Linux. Windows und MacOS verfügbar ist, bezieht sich diese Anleitung zwar auf Linux, sie sollte aber gleichermaßen für Windows- und MacOS-Systeme gültig sein.
Neben dem Computer und den Lichtquellen werden ein DMX-USB-Interface, spezielle DMX-Kabel und ein DMX-Abschlusswiderstand benötigt. DMX-Kabel gibt es in 5-adriger und in 3-adriger Ausführung; für professionellere LED-Scheinwerfer werden meist 5-adrige Kabel benötigt. Die DMX-Kabel sehen professionellen Mikrofon-Kabeln täuschend ähnlich; sie haben insbesondere auch die gleichen Stecker, aber völlig andere elektrische Kennwerte. Die Scheinwerfer hängen in einer Reihe (s. Skizze auf S. 2) am Controller; deshalb wird pro Lichtquelle ein Kabel und für die letzte Lichtquelle zusätzlich ein Abschlusswiderstand benötigt.
Manche Lichtquellen werden auch über 3-adrige DMX-Kabel angesteuert werden; hier ist dann hinter dem Controller zusätzlich ein Adapter notwendig, um den 5-poligen Interface-Ausgang mit dem 3-adrigen Kabel bzw. der 3-poligen Lichtquelle zu verbinden.
Die Verbindung zwischen Interface und Computer geschieht über ein USB-Kabel.
Einrichten der Software
Sind Lichtquellen, Interface und Computer miteinander verkabelt, kann die Einrichtung der Software erfolgen. Bei vielen Linux-Distributionen ist QLC+ (qlcplus) über die distributionseigenen Paketquellen verfügbar; die Homepage des Programms mit verschiedenen Download-Angeboten findet sich unter unter https://www.qlcplus.org/.
Eingänge/Ausgänge: Nach dem Starten des Programms taucht unter dem Reiter Eingänge/Ausgänge bei DMX USB das angeschlossene Interfache auf. Wird in der entsprechenden Zeile bei Ausgang ein Häkchen gesetzt, ist das Interface arbeitsbereit.
Geräte: Unter dem Reiter Geräte lassen sich anschließend verschiedene Geräte hinzufügen. Im günstigsten Fall findet sich das benutzte Gerät in der in QLC+ integrierten Geräte-Datenbank. Fehlt ein Entrag in der Geräte-Datenbank, führen Generic als Hersteller und Generic RGBW als Modellname oft zum Ziel.
Wenn mehrere Lichtquellen unanhängig voneinander gesteuert werden sollen, benötigen sie jeweils unterschiedliche Adressen. Ein Generic-RGBW-Gerät wird über 4 Adressen angesteuert, also beispielsweise [1, 2, 3, 4] oder [3, 4, 5, 6] oder [11, 12, 13, 14] oder … . Die Geräte-Startadresse und auch die Zahl der Adressen wird typischerweise über ein LE-Display mit kleinen Druckschaltern eingestellt.
Einfache Arbeitsfläche: Beim Betrieb als Generic RGBW müssen die Geräte in den 4-Kanalmodus geschaltet werden (typische Display-Modus-Bezeichnung ist hier PErS); bei 4 Geräten bietet es sich an, die Startadressen auf 1, 11, 21 und 31 einzustellen (typische Display-Modus-Bezeichnung ist hier Addr). Zur Übernahme der neuen Werte scheint bei manchen Geräten ein Aus- und Wieder-Einschalten notwendig zu sein. Zum Steuern der Leuchten findet sich unter dem Reiter Einfache Arbeitsfläche eine übersichtliche Darstellung. Der Modus Einfache Arbeitsfläche passt gut für einfache Anwendungssituationen und wird hier für den Einstieg in DMX/QLC+ unbedingt empfohlen.2)
Fußnoten
1) https://www.spiegel.de/kultur/musik/rapper-dmx-ist-tot-a-b024b41b-84b5-4d8a-b697-b31d71b7ccd4,
Abruf am 03.01.2026
2) Beim Einstieg hat mir folgendes Youtube-Video sehr geholfen: https://www.youtube.com/watch?v=xPiMs0E9W2E. (Abruf 04.01.2024) Es handelt sich um das erste Video einer
umfangreicheren Reihe.

